Mittwoch, 10. April 2013

Brettchenweben: vorläufiges Ende vom Lied

Ich habe, nachdem ich am Montagabend noch ein bißchen Brettchen hin- und hergeschoben hab, wobei sich wieder mehrmals die Anordnung der Brettchen ändern mochte, ein Faden plötzlich weg war (Loch gerissen, weil zweimal gelocht) und ich nach dem Umstieg auf den weißen Schußfaden auch kein schönes Muster hatte (warum auch immer, die Reihenfolge der Brettchen hatte sich nicht geändert), sodaß ich improvisierend einfach mal die inneren Fäden zur Hälfte nach vorn, zur Hälfte nach hinten gedreht habe - nachdem also am Montagabend wieder Chaos entstand und ich am gesamten Dienstag anderes tat, hab ich gestern am späten Abend beschlossen, doch wieder aufzuhören, zumindest für's erste. Nicht, daß das zu dem überstürzten Kauf an Häkelgarnmengen am vergangenen Donnerstag passen würde. Aber ich fühl mich grad mal wieder nicht sicher.

Das Chaos im Bild:



Es sind übrigens 12 Fäden. Die äußersten Brettchen sind nur dunkelblau bespannt, die zweitäußersten nur hellblau, alle anderen zweimal dunkelblau und zweimal weiß - in jeder Hälfte ist also bei den blau-Weißen Brettchen je einmal oben komplett blau/unten komplett blau, unten komplett blau/oben komplett weiß, vorn komplett blau/hinten komplett weiß oder hinten komplett blau/vorn komplett weiß.

Wie man sieht, ergeben 12 Fäden gar keine sooo große Breite.

Das Muster rechts finde ich ja immer noch am schönsten, schade, daß es nicht dabei geblieben ist.

Montag, 8. April 2013

Einstieg ins Brettchenweben, Teil 2

Zuallererst noch mal sorry für den quasi bilderfreien letzten Eintrag - mit dem Übertragen von Bildern vom Smartphone auf den Rechner geht es seit dem Android-Update nicht mehr so einfach. :(

Nachdem ich heute (am Sonntag ;)) noch mal die Fäden neu sortiert und aufgespannt habe, indem ich sie einzeln an einer Stuhllehne festgeknotet habe (wie hier bei Flinkhand beschrieben), hatte ich eine schöne feste Spannung und konnte mit dem Weben anfangen. Die Fadenenden waren (bzw. sind noch ;)) um die Lehne des zweiten Stuhls gewickelt, ohne Knoten.

Ich hatte schon am Freitag einen grauen Faden für die ersten Versuche aufgewickelt (zusätzlich zum eigentlichen Schußfaden, der weiß ist) und fädelte diesen zwischen den Fäden hin und her. Allerdings blieb der Faden nicht am Einstiegs"punkt" und verzog auch die Musterfäden; außerdem habe ich leider den Schußfaden mal oberhalb, mal unterhalb der Musterfäden durchgeführt statt zwischen ihnen. In dieser Phase habe ich die Brettchen immer nur nach vorn gedreht - also in Richtung desjenigen Stuhls, wo die Fäden festgeknotet sind. Nachdem sich ein Diagonalmuster abzeichnete, habe ich mich getraut, auch mal die Richtung zu wechseln: 4x nach vorn, 4x nach hinten ... und bekam folgendes Muster:



Wie man sieht, gibt es einige Unstimmigkeiten, manche Fäden scheinen zu wandern. Tatsächlich läßt durch das Drehen die Spannung der Fäden nach und die Brettchen und ihre Fäden verheddern sich gern oder plötzlich ist ein Brettchen woanders ... es ist also einiges an Übung nötig, bis alles glatt geht, und man muß am Anfang viel aufpassen.

So sah mein Aufbau nach ca. eineinhalb Stunden Weben (und viel Fluchen ob des chaotischen Anfangs) aus, die Fäden sind hier eigentlich schon zu locker.



Ich bin jetzt (nur?) so weit, daß ich mich quer zu den Fäden setzen und von dort aus die Brettchen einzeln drehen sowie den Schußfaden durchschieben kann. Mehr als ein Brettchen zu drehen, traue ich mich noch nicht. Wenn ich alle Brettchen gedreht habe, schiebe ich das Webende noch einmal mit dem Finger fest: durch das Loch, durch das ich auch das Schiffchen führe. Dann führe ich das Schiffchen durch und dann ziehe ich noch mal nach ...
Das geht sehr gut, solange man mit den Gedanken bei der Sache ist; mit Ablenkung (z.B. durch eine Serie) zu weben funktionierte bei mir nicht so gut, da waren dann doch einige Fehler erkennbar. Außerdem hatte ich mir nicht gemerkt, in welche Richtung ich zuletzt gedreht hatte und habe diese Richtung dann noch mal verwendet. Im Zweifelsfall sollte man sich also aufschreiben, in welcher Richtung man weiterarbeiten will, bevor man die Arbeit unterbricht.

Prinzipiell kann man statt meiner Zwei-Stuhl-Lösung auch einen einzigen Stuhl, eine Strebe am IKEA-Regal (falls vorhanden) oder die Türklinke zum Festbinden der Musterfäden vor dem Aufziehen auf die Brettchen nehmen, als Gegenpart hat sich dann wohl die Arbeit mit einem Gürtel bewährt, an dem man die Fäden indirekt (mit einem dickeren Seil) festbindet. Da ich keinen Gürtel habe und die Technik erstmal so kennenlernen wollte, kam die Gürtelmethode für mich nicht in Frage. (Ich hab auch viel zu große Angst, dann bewegungseingeschränkt zu sein oder stehen zu müssen ...)

Als Anfängerin kann der Einstieg in die tatsächliche Weberei ganz schön nervenaufreibend sein: sind jetzt endlich alle Fäden richtig gespannt, warum liegt der Schußfaden schon wieder so komisch, warum ist noch kein Muster zu sehen ..? Es lohnt sich, zur Ablenkung einen internetfähigen Rechner angeschaltet und die Videoseite der eigenen Wahl geöffnet zu haben. Man kann dann in den Pausen Videos anschauen, zum Beispiel alte Ausschnitte aus der 80er-Jahre-US-TV-Serie "St. Elsewhere":
The Mrs. Hufnagel Chronicles, pt. 1
(es gibt 20 Teile und es lohnt sich, sie hintereinander zu schauen, wenn man Arztserien mag und Englisch halbwegs versteht)

ZWischen dem Zeitpunkt, als ich das Foto vom Muster schoß, und dem Schreiben des Beitrages habe ich noch ein wenig weitergewebt, am Schluß aber sehr fehlerhaft, so daß ich das Weben mit dem grauen Faden dann doch aufgegeben, diesen abgeschnitten und die anderen Fäden neu gespannt habe. Morgen geht es dann also mit dem richtigen Schußfaden weiter ...

Samstag, 6. April 2013

Einstieg ins Brettchenweben

Liebe Lyhaire,

heute ist Dein Geburtstag und wie Du vielleicht schon gelesen hast, möchte ich mit Dir zusammen Brettchenweben lernen: weil Du schriebst, Du würdest gern Borten machen, und mir selbst seit langem am Herzen liegt, das zu lernen.

Für den Anfang hab ich erstmal nach Anleitungen im Web gesucht. Derer gibt es eine Menge, ich gehe im folgenden so vor, wie hier beschrieben. Nützlich sind außerdem die Erklärungen und Videos bei Flinkhand, umfangreich (u.a. auch mit vielen Musterbriefen!) ist die Steinmaus-Seite.

Als Einstiegsmaterial habe ich zwei Sets Kärtchen und 5 Schiffchen aus Pappe hergestellt. 1 Set mit 3 Schiffchen ist nun bei Dir, ein Set und zwei Schiffchen sind bei mir geblieben. Für die etwas unregelmäßige Lochung der Kärtchen möchte ich mich entschuldigen.
Als Faden verwende ich Häkelgarn in der Stärke 1,5 bis 2, so werden die Borten nicht so dick und die Handhabung der Fäden ist auch angenehmer (finde ich).

Nun hatte ich eigentlich in Bildern zeigen wollen, wie ich die Brettchen bespannt habe. Leider läßt mich mein Smartphone gerade im Stich, daher muß ich es ein anderes Mal versuchen, am Sonntag bei Tageslicht ... und mich jetzt auf den Hinweis beschränken, daß man eben eine Hälfte der Brettchen von links außen nach rechts innen und die andere von rechts außen nach links innen bespannt. Es lohnt sich, das am Ende noch mal zu kontrollieren, da man von innen startet und die Anleitung in diesem Punkt etwas mißverständlich ist.

Ich habe übrigens statt der genannten zwei Schraubzwingen einfach zwei Stühle benutzt, deren Lehnen geteilt aus mehreren Streben bestehen, und die Fäden an den Längsstäben befestigt, getrennt nach "oben" und "unten", sodaß ich bequem alle Löcher bespannen konnte. Hier hilft üben sehr, dann geht es mit dem Bespannen irgendwann sehr fix, davon bin ich zumindest überzeugt. :)

Als Farben habe ich für den Anfang blau und weiß genommen, für den Rand zwei Fäden hellblau und blau; sicherheitshalber hab ich aber meinen Farbvorrat ein wenig aufgestockt. :)



Und nun viel Erfolg beim Werkeln!