Montag, 8. April 2013

Einstieg ins Brettchenweben, Teil 2

Zuallererst noch mal sorry für den quasi bilderfreien letzten Eintrag - mit dem Übertragen von Bildern vom Smartphone auf den Rechner geht es seit dem Android-Update nicht mehr so einfach. :(

Nachdem ich heute (am Sonntag ;)) noch mal die Fäden neu sortiert und aufgespannt habe, indem ich sie einzeln an einer Stuhllehne festgeknotet habe (wie hier bei Flinkhand beschrieben), hatte ich eine schöne feste Spannung und konnte mit dem Weben anfangen. Die Fadenenden waren (bzw. sind noch ;)) um die Lehne des zweiten Stuhls gewickelt, ohne Knoten.

Ich hatte schon am Freitag einen grauen Faden für die ersten Versuche aufgewickelt (zusätzlich zum eigentlichen Schußfaden, der weiß ist) und fädelte diesen zwischen den Fäden hin und her. Allerdings blieb der Faden nicht am Einstiegs"punkt" und verzog auch die Musterfäden; außerdem habe ich leider den Schußfaden mal oberhalb, mal unterhalb der Musterfäden durchgeführt statt zwischen ihnen. In dieser Phase habe ich die Brettchen immer nur nach vorn gedreht - also in Richtung desjenigen Stuhls, wo die Fäden festgeknotet sind. Nachdem sich ein Diagonalmuster abzeichnete, habe ich mich getraut, auch mal die Richtung zu wechseln: 4x nach vorn, 4x nach hinten ... und bekam folgendes Muster:



Wie man sieht, gibt es einige Unstimmigkeiten, manche Fäden scheinen zu wandern. Tatsächlich läßt durch das Drehen die Spannung der Fäden nach und die Brettchen und ihre Fäden verheddern sich gern oder plötzlich ist ein Brettchen woanders ... es ist also einiges an Übung nötig, bis alles glatt geht, und man muß am Anfang viel aufpassen.

So sah mein Aufbau nach ca. eineinhalb Stunden Weben (und viel Fluchen ob des chaotischen Anfangs) aus, die Fäden sind hier eigentlich schon zu locker.



Ich bin jetzt (nur?) so weit, daß ich mich quer zu den Fäden setzen und von dort aus die Brettchen einzeln drehen sowie den Schußfaden durchschieben kann. Mehr als ein Brettchen zu drehen, traue ich mich noch nicht. Wenn ich alle Brettchen gedreht habe, schiebe ich das Webende noch einmal mit dem Finger fest: durch das Loch, durch das ich auch das Schiffchen führe. Dann führe ich das Schiffchen durch und dann ziehe ich noch mal nach ...
Das geht sehr gut, solange man mit den Gedanken bei der Sache ist; mit Ablenkung (z.B. durch eine Serie) zu weben funktionierte bei mir nicht so gut, da waren dann doch einige Fehler erkennbar. Außerdem hatte ich mir nicht gemerkt, in welche Richtung ich zuletzt gedreht hatte und habe diese Richtung dann noch mal verwendet. Im Zweifelsfall sollte man sich also aufschreiben, in welcher Richtung man weiterarbeiten will, bevor man die Arbeit unterbricht.

Prinzipiell kann man statt meiner Zwei-Stuhl-Lösung auch einen einzigen Stuhl, eine Strebe am IKEA-Regal (falls vorhanden) oder die Türklinke zum Festbinden der Musterfäden vor dem Aufziehen auf die Brettchen nehmen, als Gegenpart hat sich dann wohl die Arbeit mit einem Gürtel bewährt, an dem man die Fäden indirekt (mit einem dickeren Seil) festbindet. Da ich keinen Gürtel habe und die Technik erstmal so kennenlernen wollte, kam die Gürtelmethode für mich nicht in Frage. (Ich hab auch viel zu große Angst, dann bewegungseingeschränkt zu sein oder stehen zu müssen ...)

Als Anfängerin kann der Einstieg in die tatsächliche Weberei ganz schön nervenaufreibend sein: sind jetzt endlich alle Fäden richtig gespannt, warum liegt der Schußfaden schon wieder so komisch, warum ist noch kein Muster zu sehen ..? Es lohnt sich, zur Ablenkung einen internetfähigen Rechner angeschaltet und die Videoseite der eigenen Wahl geöffnet zu haben. Man kann dann in den Pausen Videos anschauen, zum Beispiel alte Ausschnitte aus der 80er-Jahre-US-TV-Serie "St. Elsewhere":
The Mrs. Hufnagel Chronicles, pt. 1
(es gibt 20 Teile und es lohnt sich, sie hintereinander zu schauen, wenn man Arztserien mag und Englisch halbwegs versteht)

ZWischen dem Zeitpunkt, als ich das Foto vom Muster schoß, und dem Schreiben des Beitrages habe ich noch ein wenig weitergewebt, am Schluß aber sehr fehlerhaft, so daß ich das Weben mit dem grauen Faden dann doch aufgegeben, diesen abgeschnitten und die anderen Fäden neu gespannt habe. Morgen geht es dann also mit dem richtigen Schußfaden weiter ...

1 Kommentar:

  1. Brettchenweben so richtig lernen - war mal mein Vorsatz. Beim Aufbau startete ich auch mit den Stühlen. Das war aus Platzgründen nicht so vorteilhaft. Nächster Versuch war, die Bänder am Türgriff und einem Gürtel um meinen Bauch zu binden. Ich bekam Rückenschmerzen vom Verkrampfen. Die Bänder sahen eigentlich ganz gut aus. Klar ein paar Fehler waren schon drin. Ganz stolz legte ich die 20 cm-Stücke in meine Handarbeits-Box.... dort liegen sie immer noch. Vielleicht werden es irgendwann mal Lesezeichen.
    Liebe Grüße, schöne Weihnachtstage und ein gutes neues Jahr
    Renate (Dinkelhexe)

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